Triple X: 3 Spitzensportler aus 3 Nationen - 3 Weltrekorde - 3 Abschiede

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir auf das Wochenende rund um den 16. Februar zurück. Lachend, weil drei Spitzensportler der Apnoe-Szene gleich mehrere Weltrekorde im Apnoetauchen unter Eis geknackt haben. Weindend, weil es gleichzeitig der Abschied von Nik Linder (D), Andreas Pap (SER) und Peter Colat (CH) vom Apnoetauchen unter Eis war.

Für Nik und Andreas durften wir bereits 2011 und 2012 gemeinsam mit Tauchsport Yachtdiver Weissenensee ihre Weltrekorde organisieren. Peter war heuer auch mit im Bunde und es war uns eine Ehre, auch mit Ihm zusammenarbeiten zu dürfen! Allesamt sympathische, nette und lustige Jungs - obgleich ihrer unglaublichen Leistungen solide und bodenständig. 

Lieber Nik, lieber Andreas, lieber Peter!

Nochmals möchten wir Euch von ganzem Herzen gratulieren - Ihr seid ein Wahnsinn und wir ziehen den Hut vor Euch! Es war uns eine große Ehre und wir freuen uns auf ein Wiedersehen - ohne Nervenkitzel :-)!

Lg, Karoline samt dem Team vom Hotel Moser und Ernest samt der Yachtdiver-Staff!

Hier nun der Bericht von Gerald Nowak und im Anschluss vieeeele Bilder....

Ein Wochenende der Superlative liegt hinter uns. Drei Spitzensportler nahmen Abschied vom Eis. Andreas Pap (Serbien), Nik Linder (Deutschland) und Peter Colat (Schweiz) wollten es noch einmal wissen und verbesserten drei Eis-Weltrekorde an nur einem Tag.

Ernest Turnschek organisierte am Weissensee in Kärnten am vergangenen Wochenende diesen Event. Dabei wurden zwei Streckenrekorde und ein Tieftauchrekord im Apnoetauchen (Tauchen ohne Atemgerät) unter Eis gebrochen.

Bei herrlichem Wetter und angenehm warmen Temperaturen eigentlich eine schöne Sache, doch das Eis litt sichtbar unter den warmen Temperaturen. Trotzdem war es möglich, die Rekorde sicher und zeitnah umzusetzen. Ein starkes Team aus 30 Mann unterstützte die drei Top-Athleten der Apnoeszene.

Der Weissensee in Kärnten ist ein idealer Ort für diese Art Wintersport. Er hat eine Länge von 11,6 Kilometer und ist zirka 900 Meter breit. Mit gut 99 Meter gehört er auch zu den tieferen Seen Österreichs. Seine Fläche beträgt 6,5 Quadratkilometer und sein Einzugsgebiet umfasst 46 Quadratkilometer. Der See ist der höchste Badesee der Alpen und hat Trinkwasserqualität. Im Winter wird der Weissensee zur Größten Natureisfläche Europas mit 6,5 Quadratkilometer präparierte Seefläche. Viel Touristen aus ganz Europa lieben die vielfältigen sportlichen Möglichkeiten, die rund um den See angeboten werden. Von Eislaufen, Eiswandern, Eisstockschießen und Eisgolfen bis hin zu Eistauchen.

Organisiert und Durchführung wurde das Rekordwochenende von Ernest Turnschek (Divecenter Yachtdiver Weissensee) und Karoline Wobovnik, Hotel Moser.

Nik Linder und Peter Colat absolvierten bereits am Freitag ihre Trainingsversuche im Streckentauchen. Alles verlief planmäßig – eine wichtige Voraussetzung um mit einem guten Gefühl an den Weltrekord heran zu treten.

Am Samstag stand zuerst der Rekordversuch von Nik Linder an, gleich im Anschluss absolvierte Peter Colat seinen Versuch. Nach zweistündiger Vorbereitung kam Nik gelassen ans Eisloch, besprach noch einige Details mit dem AIDA Schiedsrichter Klaus Wagner, setzte sich für ein paar Minuten Konzentration vors Loch und sprang ohne großes Tamtam ins Wasser. 1,26 Minuten und 84 Metern weiter war Nikolay Linder neuer Weltrekordhalter in der Apnoe - Disziplin „Streckentauchen ohne Flossen unter Eis“.

Kaum weniger gelassen kam eine gute Stunde später Peter Colat an den Start. Nach kurzer mentaler Vorbereitung, einiger Dehnungs- und Atemübungen setze auch er sich ruhig ins Eisloch, wartet auf das o.k. des Schiedsrichters Klaus Wagners um dann nach den typischen Schnapp-Luftholen unter Eis zu verschwinden.

Genau wie bei Nik begleiteten zwei Sicherungstaucher der Kärntner-Wasserrettung den Sportler mit Bonex-Scootern die komplette Strecke. Dadurch war sichergestellt, dass im Notfall innerhalb von Sekunden Hilfe für die Apnoeisten zur Stelle war.

Genau 2 Minuten und 10 Sekunden benötigte Peter für die 150 Meter Strecke. Es herrschte gespannte Ruhe, als sein Kopf die Wasseroberfläche durchbrach. War er ansprechbar? Die Schiedsrichter beobachteten ihn genau und nach einem klarem und deutlichem „I am ok!“, ohne Hilfestellung der Sicherungstaucher, hieß es nach einer knappen Minute auch für ihn „weiße Karte“ des Schiedsrichters und damit Weltrekord!

Das Vorhaben von Andreas Pap gestaltet sich etwas komplizierter. Er benötigt eine Grundtiefe von 70 Metern für seinen Weltrekord. Der Weissensee bietet mit einer Tiefe von 99m eigentlich eine große Auswahl solcher Stellen, jedoch muss das Eis auch die PKW’s, welche das Gerüst, die Ausrüstung und das Team dorthin bringt, tragen.

Aufgrund der heurigen Wetterlage war das zwar eine nicht ganz einfache Aufgabe, aber Norbert Jank, der Eismeister vom Weissensee, hat eine passende Stelle gefunden. Auf der Südseite des Weissensees wurde der Eismeister fündig, denn das Eis musste nicht nur die Athleten und Schiedsrichter, sondern auch die schwere Schlittenvorrichtung tragen. Bereits früh am Morgen wurden alle Vorbereitungen hierfür getroffen, so dass Andreas Pap am Nachmittag ideale Voraussetzungen vorfand.

Nach der 30minütigen Vorbereitungsphase positioniert sich Andreas auf der Schlittenkonstruktion, die ihn bis in eine maximale Tiefe von 66 Meter bringen konnte. Bereits nach kurzer Zeit und dem o.k. des Schiedsrichters löst Andreas Pap die Verriegelung des Schlitten und saust in die Tiefe, wo er mehrere Sicherungstaucher, sowie im oberen Bereich Apnoe-Sicherungsleute positioniert waren.

Nach nur einer Minute tauchte der Sicherungsballon von Andreas wieder im Sichtfeld der oben gebliebenen auf. Auch er musste sich dem strengen Sicherheitsprotokoll der AIDA Schiedsrichter unterwerfen und erst nach dem „I´m O.K.“ und der Überprüfung der Schiedsrichter war es vollbracht. 65 Metern standen auf dem Protokollboard und Andreas ist somit wieder der tiefste Mensch unter Eis!

Die 3 Weltrekorde sind gleichzeitig der Abschied von Nik, Peter und Andreas vom Apnoetauchen unter Eis. Umso mehr freut es alle Beteiligten, das die angestrebten Rekorde sicher absolviert wurden und alle gesund wieder an der Oberfläche zurück sind.

Danke an alle, die an dem außergewöhnlichen Event teilgenommen haben und mit ihrer Unterstützung das Wochenende möglich machten. Sponsoren: Hotel Moser, Fitness Island, Weissensee.com, Yachtdiver.at Autor: Gerald Nowak.