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Hotel Moser - Ein Haus mit Tradition und Herz

Das Hotel Moser, welches seit jeher im Besitz der Familie Winkler ist, hat eine lange und interessante Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Auch die Entwicklung des Tourismus am Weissensee ging nicht "von heute auf morgen" von statten.

© www.hotel-moser.at

Inhaber Robert Winkler mit Sohn Thomas-Emanuel

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Karoline Turnschek, Hotelleitung, Herrn Winklers Nichte (am Bild mit Gast und Freund Waterloo)

Auf dieser Seite möchte ich Sie einladen, mit mir gemeinsam eine kleine, sehr interessante Reise von der Vergangenheit bis heute zu unternehmen. Nehmen Sie sich einen kleinen Augenblick Zeit und kommen Sie mit - die Fahrkarte ist gratis :-)

Viel Freude beim Lesen, Karoline

Unsere Reise beginnt in "Mosers Kasten"...

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Das erste Weissenseer Wirtshaus in Techendorf hieß ursprünglich „Einkehr am Moos“ (deshalb auch der Name "Moser") und wurde bereits Ende des 16. Jhdts. erbaut. Seine wirtschaftliche Geschichte begann unter anderem mit den samstägigen Besuchen der Tscherniheimer Glasbläser, Köhler und Pocher. Auf eingerahmten Holztribünen wurde im Freien getanzt, in den Stuben gezecht und gefeiert. Mädchen aus dem Drau- und Gitschtal, begleitet von Anstandspersonen, kamen mit Pferdekutschen den Kreuzberg herauf, buhlten um die Gunst der gutbezahlten Glasfabrizierer, und gar nicht wenige verbriefte Ehen wurden alsdann geschlossen.

Gut genutzte Vorratskammer

Heute erinnert an diese Zeit nur noch der angebaute Karner (lat. carnarium = Fleisch- aber auch Vorratskammer). Ein mit Steinen und Mörtel erbautes, als gut kühlendes Getreide-, Krautkopf-, Fleisch- und Speckdepot dienendes Gebäude. In den Wintermonaten lagerte man aus dem See geschnittene Eisblöcke, abgedeckt mit Stroh oder Sägespänen, im geräumigen Keller ein. In den Sommermonaten ersetzten diese Kühle-Spender bei so manchen Weissenseer Bürgern den Kühlschrank. Bei Milch, Butter, Fleisch und anderen leicht verderblichen Lebensmitteln wurde dadurch das „Ablaufdatum“ erheblich verlängert.

Zeuge des Krieges

Als Zeitzeuge des in Österreich geführten Napoleon’schen Krieges, trägt das Gebäude heute noch seine Narben. Im Juni 1809, bei einem Scharmützel im Gitschtaler Weißbriach zwischen Franzosen und Österreichern, wurden vier der Eindringlinge erschossen. Damals war es in Napoleon’s Armee obligatorischer Kameradschaftsdienst, dass Gefallene auf einen der höchsten umliegenden Berge getragen und dort begraben werden, damit deren Seelen leichter den Weg zurück in die Heimat finden. In diesem Fall wurde der Mittagsnock mit weitreichender Aussicht gewählt.

Einschüsse noch sichtbar

Der Blick der Soldaten fiel auch auf den Weissensee und die wenigen Häuser im heutigen Techendorf. Wie überall, so vermuteten sie auch hier den Feind verschanzt und eröffneten das Feuer. Nachdem der Kugelhagel nicht erwidert wurde, sich alles ruhig verhielt, zogen Napoleon’s Krieger ab. Der Weissensee blieb auch in Zukunft von ihnen verschont! Einige der Kugeln gruben sich tief in das südliche Gemäuer des Karners ein. Die Einschüsse sind heute zwar übermalt, jedoch kann man sie noch deutlich sehen.

Beständigkeit bis heute

Längst sind diese Zeiten vorbei. Alles hat sich dem heutigen Tourismus angepasst, doch den Karner, den gibt es noch. Als Kulturguterhalter erwies sich Robert Winkler, heutiger Besitzer des Hotel Moser am Weissensee in Techendorf. Er hat das lange als Rumpelkammer dienende Bauwerk nicht schon längst abgerissen, auch nicht umgebaut sondern umgestaltet. Für Nostalgiker ein Geschenk. Fast mutet einer dieser Räume wie ein mittelalterliches Stelldichein für Genießer an. Zweifellos anzusehen als eine Bereicherung für die Region. Keine noch so erhabene Feierlichkeit könnte an diesem Ort nicht abgehalten werden. Ob Weinverkostungen, gemütliches Beisammensein in einmaligem Ambiente oder Feiern - es ist eine einmalige Location!

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Das Haupthaus Moser befand sich auch zur damaligen Zeit bereits dort, wo sich heute der Teil des Hotels befindet, in dem die Gaststube und das Café sind. Daneben befand sich ein Bauernhof sowie eine Schlachterei wo Fleisch und Wurstwaren hergestellt wurden. Ausserdem beschäftigte man sich mit der Pferdewirtschaft. Pferdefuhrwerke dienten damals dem Holz- und Personentransport.

Die Errichtung einer Eisenbahnlinie im oberen Drautal und die Eröffnung der Bahnstation Greifenburg im Jahre 1871, kann als die Geburtsstunde des Fremdenverkehrs am Weissensee bezeichnet werden, obwohl damals nur ein steiler Fahrweg die Verbindung zum Bahnhof herstellte.

Nach und nach begann man, die eigenen Wohnräume im Sommer zu verlassen, um sie an die Sommerfrischler zu vermieten. Man selbst zog in die Scheune. Aufgrund des aufstrebenden Tourismus erweiterte man das Anwesen nach und nach um Gästezimmer.

In den 30er-Jahren befand sich dort, wo heute der Frisörsalon Ilse ist, das Postamt sowie eine Weinstube und eine Kegelbahn.

1959 wurde der Pavillon, die alte Kuchl und ein großer Speisesaal errichtet. Im Haupthaus gab es damals noch keine Restauration. Vielen Weissenseern ist der Pavillon noch gut in Erinnerung denn dort wurden legendäre Feste gefeiert.

1960 wurde das Haus Sonnleiten, welches heute von den beiden Schwestern von Robert Winkler geführt wird, umgebaut. Es war damals eines der ersten Häuser mit Zentralheizung und fließend Wasser am Weissensee. Desweiteren befanden sich die Polizei und eine Molkerei in der Sonnleiten.

1965 wurde dann auch beim Moser umgebaut und eine Zentralheizung sowie fließend Wasser installiert.

Ende der 70er, Anfang der 80er-Jahre wurde das Haupthaus in zwei Bauphasen um den länglichen Teil erweitert. In der ersten Bauphase wurden die Halle und der Speisesaal, sowie Gästezimmer gebaut. Der Bauernhof befand sich damals noch neben dem Neubau, wurde aber aufgrund der zweiten Bauphase in die Schattseitn umgesiedelt - dorthin wo heute noch die alte Scheune beim Marterle steht. In der zweiten Bauphase wurde das Hotel um das Hallenbad und weitere Gästezimmer erweitert.

1986 wurde das Haupthaus in die heutige Form umgebaut.

2008: Umbau unserer Standard Doppelzimmer im Landhausstil

2009: Umbau aller restlichen Standard Doppel- und Einzelzimmer zu unseren Komfortzimmern mit Zirbenholzausstattung.

2010: Komplettumbau des gesamten Wellnessbereichs und Anlegen unseres Gartens, Umbau der Suiten Efeu und Lilie, Komplettumbau der Lobby

2016: Renovierung aller Badezimmer in der 1. Etage

2016: Komplette Neugestaltung der ehemaligen Appartements Seerose zu den neuen Junior Suiten

 

Sie sehen, wir sind fleissig und sehr vieles hat sich geändert. Eines ist jedoch gleich geblieben: die Freude und Leidenschaft des "Gastgeber seins" mit dem Ziel, Ihnen einen wunderschönen Urlaub zu bereiten!

Weissensee - von damals bis heute

Im Jahre 1075 wurde der Weissensee erstmals urkundlich erwähnt, als die Fischer vom Weissensee, die bis dahin der Grafschaft Lurn unterstanden, dem Hofstift Brixen übergeben wurden.

Im 13. Jahrhundert unterstanden Teile der heutigen Ortschaften Techendorf, Oberdorf und Gatschach den Grafen von Ortenburg. Das görzische und danach das landesfürstliche Gut Greifenburg waren vor allem in Oberdorf und Gatschach vertreten und umfassten in Techendorf nur noch den Hof Zöhrer und das Gasthausanwesen Moser.

Die Fischerei war über Jahrhunderte hinweg die wichtigste Einnahmequelle. Die Ursache der stark zersplitterten Besitzverhältnisse war der Wunsch nach dem Fisch-Zehent. Die Quantität und hohe Qualität der Weissensee-Forellen sollen von den Herrschaftsbesitzern des öfteren gelobt worden sein.

Die ersten Reisebeschreibungen über unsere Gegend stammen aus dem 15. Jahrhundert. Wir verdanken sie dem Sekretär des Patriarchen von Aquileja, Paolo Santonino, der dem Bischof Pietro von Caorle zugeteilt wurde.

Die neue Lehre des Martin Luther fiel im Weissenseegebiet auf fruchtbaren Boden. Die herrschenden sozialen und wirtschaftlichen Umstände trugen dazu bei, dass die neue Glaubenslehre rasch Fuß fassen konnte. Die meisten Pfarrer predigten evangelisch, so auch der dem Weißensee zugeteilte Geistliche Fercher aus Hermagor.

Ab etwa 1600 erfolgte die gewaltsame Gegenreformation. Evangelische Pfarrer und Lehrer wurden des Landes verwiesen, Bibeln und Predigtbücher konfisziert und verbrannt. Viele begüterte Familien verkauften für einen Spottpreis ihr Hab und Gut und wanderten in evangelische Territorien des Reiches aus. In Kärnten setzte die Gegenreformation mit dem 70tägigen Marsch des Bischofs Martin Brenner ein. Der Weissensee wurde dabei jedoch ”vergessen”, sodass sich noch heute fast 85% der ansässigen Bevölkerung zum evangelischen Glauben bekennen.

In den abseits gelegenen Tälern, wie im Weissensee-, Gitsch- und Gailtal und im Stockenboier Graben hielten Bauern im Untergrund am Lutherischen fest - gestärkt und gestützt durch erhalten gebliebene Bücher. Noch heute finden sich in manchen Bauernhäusern Druckwerke, die in jenen Tagen auf Schmuggelpfaden ins Land gebracht wurden. Die Gottesdienste wurden unter freiem Himmel an geheimen Orten abgehalten; so z.B. am Kreuzberg, am ehemaligen Schulplatz oberhalb von Gatschach und bei der sogenannten Hundskirche in der Kreuzen.

1779 wird Kärnten nach fast 300 Jahren wieder in den Krieg hineingezogen. Der Franzosenkrieg dieses Jahres berührt jedoch nur Unterkärnten.

1813 bringt dem schwer heimgesuchten Kärnten die Befreiung von der französischen Herrschaft. Unser Gebiet wird durch einen kühnen Handstreich der österreichischen Truppen über den Kreuzbergsattel bei gleichzeitiger Umgehung über die Naggler Alm Richtung Hermagor Brücke zu einem Patrouillengefecht. Schussspuren bei Mosers Kasten in Techendorf zeugen davon.

Am 11.10.1813 räumen die Franzosen endgültig das Land. Überall, selbst bei der ländlichen Bevölkerung herrscht durch lange Zeit hindurch Hunger.

1853 wird anstelle des hölzernen Schulhauses in Techendorf ein einstöckiges aus Stein erbaut.

Am 8.9.1856 huldigt die Weissenseer Bevölkerung am Kreuzberg dem Kaiser Franz Joseph und der Kaiserin Elisabeth anlässlich ihrer Besichtigungsfahrt durch die Kronländer. Zu ihren Ehren wird ein Pavillon erbaut.

Im Jahre 1871 wird die Pustertalbahn Villach-Franzenfeste eröffnet. Damit bahnt sich für unseren See langsam ein neuer Wirtschaftszweig an.

Die Schüsse in Sarajewo am 28.6.1914 zerstören schlagartig die friedliche Aufwärtsentwicklung der Monarchie und im kleinen Rahmen auch die unseres Tales. Statt des Eintreffens der Sommergäste eilen die wehrhaften Männer zu den Fahnen.

Am Pfingstsonntag 1915 tritt der ehemalige Bundesgenosse Italien zum Angriffskrieg gegen uns an; der Weissensee wird engeres Kriegsgebiet.

1918 verstärken sich die Selbstständigkeitsbestrebungen der nicht-deutschen Völker in der Monarchie. Das Habsburgerreich zerfällt in Einzelstaaten. Der Weissensee hatte in diesem großen Völkerringen 114 Soldaten gestellt, 22 von ihnen blieben ihrem Eid vor dem Feind getreu.

Die tiefe Notzeit herrschte lange. Es gab z.B. zeitweise keinen Bahnverkehr in Oberkärnten. Erst das Jahr 1925 brachte wieder normale Wirtschaftsverhältnisse. Es wurde zu einem Markstein in der Entwicklung des Fremdenverkehrs am Weissensee. Der Anschluss an das Deutsche Reich im Jahre 1938 verspricht insbesondere im Fremdenverkehr eine besondere Belebung, die aber ihr jähes Ende durch den zweiten Weltkrieg erfährt.

 

Wie der Tourismus zum Weissensee kam

Das Aufkommen des Tourismus in Mitteleuropa wurde durch die Verbesserung des Verkehrssystems ermöglicht. Vor allem die Engländer gaben dann dem Alpinismus großen Auftrieb.

Die Errichtung einer Eisenbahnlinie im oberen Drautal und die Eröffnung der Bahnsta-tion Greifenburg (1871) kann als die Geburtsstunde des Fremdenverkehrs am Weissensee bezeichnet werden, obwohl damals nur ein steiler Fahrweg die Verbindung zum Bahnhof herstellte.

Die bis dato fast vollkommene Isolation wurde durch das Eintreffen der ersten Sommergäste beendet. Die ersten Zahlen liegen von 1890 vor, als vier Parteien mit insgesamt 16 Personen in Techendorf einen längeren Aufenthalt genommen hatten.

Das Angebot konnte aber der sprunghaften Nachfragesteigerung nicht gerecht werden und so mussten viele Besucher abgewiesen werden.

Die Familien reisten überwiegend mit den Kindern und Dienstboten an und blieben ca. 2 Monate. Sie bezogen zunächst in den Ausgedingen der Höfe oder in den Wohnräumen der Vermieter Quartier, wobei die Hausbewohner häufig auf den Dachboden übersiedelten. Für die Mahlzeiten und sonstige Haushaltstätigkeiten sorgte die Partei selbst.

Die Gäste gehörten der Ober- bzw. Mittelschicht an und waren überwiegend Professoren, Ärzte und Offiziere. Sie stammten vor allem aus Graz und Wien. Ärzte empfohlen schon damals wegen der günstigen klimatischen Verhältnisse und der Höhenlage einen Kuraufenthalt am Weissensee.

In einem Reiseführer von ca. 1899 (”Der Weissensee als Sommerfrische”, ohne Verfasser, Ort und Jahr) liest man: ”Der Weissensee bietet Naturfreunden einen vorzüglichen Aufenthaltsort. Vorzügliche Alpenluft bei einer Höhe von 930 – 990 Meter, erfrischende Bäder, Kahnfahrten, Angelsport, bergsteigerische Übungen, Tennisspielen, Jagern etc. kräftigen und stählen den Körper und verursachen fröhliche Seelenstimmung”.

Die Kinder der Gäste gingen vereinzelt auch in Techendorf zur Schule, da der Unterricht damals in Kärnten bis in den Sommer hinein weitergeführt wurde, damit zur herbstlichen Erntezeit den Kindern schulfrei gegeben werden konnte.

Um die Jahrhundertwende benötigte man mit dem Schnellzug von Wien nach Greifenburg 10 ½ Stunden, von Graz 7 ½ Stunden und von Innsbruck 6 ½ Stunden. Der Aufstieg nahm weitere 2 ½ Stunden in Anspruch.

Um einen Pferdewagen zu bekommen, konnte man sich in Bruggen an den Gastwirt Funder, in Hermagor an den Gastwirt Gasser und am Weissensee an den Postmeister Kahlhofer bzw. an Christoph Müller wenden. Der Fahrpreis betrug für einen Einspänner 2,50 Gulden und für einen Zweispänner 3,50 Gulden. Ein Postwagerl das täglich zwischen Greifenburg und Techendorf verkehrte nahm ebenfalls einzelne Personen mit.

Teilweise wurden die Gäste aber von den Vermieten selbst abgeholt. In den meisten Fällen konnte lediglich das Gepäck transportiert werden, während die Gäste die Steigung zu Fuß überwinden mussten.

Pionierarbeit leistete am Weissensee vor allem der Schulleiter A. Lerch. Er übernahm nicht nur die Organisation bei den Vermietungen sondern gründete auch den “Förderungsverein Weissensee” (ca. 1895). Dieser war bestrebt, “durch Anlage schattiger Spazierwege mit Bänken und Tischen, Wegemarkierungen, Baumpflanzungen, durch Anlegen eines Landungskanales am Westufer, vieler Landungsstege für die Schiffahrt , Erhaltung der Tennisplätze etc., Naturfreunde einerseits zur Mitförderung heranzuziehen, andererseits diesen nach Möglichkeit das Beste bieten zu können”. (“Der Weissensee als Sommerfrische”).

Diese Maxime verdeutlicht die enge Zusammenarbeit zwischen den Einheimischen und den Gästen.

Zu dieser Zeit wurden schon viele Wanderwege, unter anderem von Sektionen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, errichtet. Durch all diese Maßnahmen entstanden auch feste Bindungen und Freundschaften zwischen den Gästen untereinander, aber auch zwischen den Gästen und Einheimischen.

Seitens der Einheimischen wurden die Dachgeschosse ausgebaut. Um 1910 zählte man bereits 26 Zimmer in Gasthöfen und 85 Zimmer in Privatquartieren.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Weissensee wegen seiner Grenznähe zum Sperrgebiet erklärt, womit der Fremdenverkehr vollkommen zum Er-liegen kam. Das Weissenseegebiet erhielt aber damals durch den Straßenbau eine weitaus bessere Zufahrt.

Erst ab 1920 konnte wieder ein Aufschwung verzeichnet werden.

1924 wurden bereits 140 Zimmer, davon 80 in Gasthöfen und 60 in Privathäusern, zur Vermietung bereitgestellt. Die Gasthöfe und einzelne Privathäuser wurden aufgestockt und erweitert, der Villenbau nahm zu und die ersten Hotels wurden fertiggestellt.

Die für die damaligen Verhältnisse hohe Ertragskraft der Zimmervermietung führte zu dieser regen Bautätigkeit. Der Preis einer Nächtigung betrug in einem Bauernhof 3 Schilling, während für einen Knecht im Monat 20 Schilling Lohn bezahlt werden mussten.

Für die Gäste wurden Boots- und Badehütten errichtet und Liegewiesen angelegt.

Der Ausländeranteil wuchs stark an, die Aufenthaltsdauer wurde geringer und die Zahl der mitreisenden Familienmitglieder nahm ebenfalls ab. Der Transfer von der Bahnstation Greifenburg zum Weissensee erfolgte bereits gewerbsmäßig durch einen Pferdewagen mit Dach.

Mitte der 20er Jahre wurde ein Auto für die Taxifahrten eingesetzt. Im Jahre 1929 standen alleine in den Gasthöfen und im Strandhotel 170 Betten zur Verfügung. (Preis: 10 - 14 Schilling).

Die im Mai 1933 verhängte 1000-Mark-Sperre fügte der Fremdenverkehrswirtschaft einen schweren Rückschlag zu: die deutschen Gäste blieben zur Gänze aus.

Erst der “Anschluß” im Jahre 1938 lies die Gästezahl wieder auf 2.502 bei 35.314 Übernachtungen ansteigen. Die Bettenzahl erhöhte sich bei den gewerblichen Betrieben auf 332.

Der Zweite Weltkrieg hatte unter der männlichen Bevölkerung einen hohen Zoll gefordert, aber die Bausubstanz nicht angegriffen. Die Flüchtlinge aus dem Osten, die jeden freien Raum gefüllt hatten, kehrten 1947 zurück oder wanderten, mit Ausnahme einiger volksdeutschen Familien aus dem Süd-Osten, weiter.

Bereits drei Jahre nach Beendigung des Krieges konnten wieder Rekordergebnisse im Fremdenverkehr verzeichnet werden.

1948 standen den Gästen 780 Betten zur Verfügung, etwa zur Hälfte in Privatquartieren. Bis 1963 wurde ihre Zahl verdreifacht (2.281) und beträgt 1981 bereits 3.906.

Für diese Entwicklung waren die gewerblichen Betriege maßgebend, die Bettenzahl in Privatquartieren stagniert, sie ging sogar leicht zurück, da Privatvermieter zu gewerblichen Vermietern wurden.

Die Betriebsneugründungen nahmen 1969 stark zu - alleine zwischen 1963 und 1969 waren es 30, stagnieren jedoch seit 1974.

1981 waren 127 Betriebe gastgewerblich und 54 Betriebe im privaten Bereich tätig.

Parallel zur Intensivierung des Tourismus stieg auch die Zahl der Boote. Von 1959 bis 1960 vermehrte sich das Aufkommen privater Motorboote um 300%.

Mit Rücksicht auf die Erhaltung der Reinheit des Weissensees wurde 1967 das Motorbootfahrverbot mit Verbrennungsmotoren für private Zwecke erlassen. Das Befahren des Sees mit Elektrobooten ist nach wie vor erlaubt.

Europäischer Preisträger

für Tourismus und Umwelt, Naturparkgemeinde, Heilklimatischer Kurort

Um die Schönheit, Reinheit und Einmaligkeit sowohl für folgende Generationen als auch für die Zukunft des Tourismus zu erhalten, hat sich die Weissenseer Bevölkerung bereits während der 60er Jahre der Erhaltung und dem Schutz der Natur verschrieben. Dieses Konzept wurde mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt.

92% des Gemeindegebiets sind Landschafts- und Naturschutzgebiet. 2/3 des 22 km langen Seeufers sind gänzlich unverbaut und frei zugänglich.

Ein besonderes Augenmerk wird natürlich auf den See gelegt. Eine Ringkanalisation sorgt dafür, daß der See das Prädikat Trinkwasserqualität besitzt und 1992 zum reinsten Badesee der Alpen ausgerufen wurde.

Zahlreiche Maßnahmen innerhalb der letzten 30 Jahre sollen veranschaulichen, dass man am Weissensee nicht erst seit ein paar Jahren aus Trendgründen an eine intakte Umwelt denkt, sondern daß es hier ein wirkliches Anliegen ist.

  • Motorbootfahrverbot für private Zwecke seit 1967
  • Verhinderung des Baus einer Durchzugsstraße 1967
  • Bau der Ringkanalisation Fertigstellung 1973
  • Rückwidmung von Bauland in Grünland 1990

Der Europäische Preis für Tourismus und Umwelt

Tourismusdestinationen, die sich auf vorbildliche Weise bemühen, Tourismus und Umwelt miteinander in Einklang zu bringen, wurden 1995 für ihre Vorbildwirkung von der EU belohnt.

269 Projekte und umgesetzte Konzepte wurden nationalen Jurys vorgelegt. 61 davon gelangten an eine europaweite Kommission, die ihrerseits wiederum vier Vorbildregionen zu einer Schlusspräsentation nach Brüssel eingeladen hat.

Im Vorfeld wurde die Region Weissensee jedoch von einer strengen Kommission besucht um die umgesetzten Maßnahmen im Detail vor Ort zu durchleuchten. Nach einer detaillierten Präsentation und Fragestunden in Brüssel hat die Fachjury das Projekt ”Weissensee - Spielplatz der Natur” mit dem Europäischen Preis ausgezeichnet.

Diese hohe europäische Auszeichnung bestätigt das Bemühen der Bevölkerung und der Regionsverantwortlichen um einen umweltverträglichen Tourismus. Ebenso positiv beurteilt wurde diese Vorgangsweise und die Entwicklung von zahlreichen Weissenseer Gästen.

Gleichzeitig aber bedeutet diese Auszeichnung einen Auftrag: Nämlich die eingeschlagene Richtung mit dem Konzept ”Weissensee - Spielplatz der Natur” konsequent weiterzuverfolgen und entsprechende, leitbildkonforme Zukunftsperspektiven zu entwickeln und bestehende Konzepte umzusetzen, um diesen vorbildhaften Landschaftsteil der Alpen für künftige Generationen sowohl für Gäste als auch für Einheimische zu erhalten und lebenswert zu gestalten.

 

Quellen

  • Hans Peter Sorger
  • "Weissensee - Seine Umgebung", Friedrich Drachsel
  • "Die Gemeinde Weissensee als Fremdenverkehrsgebiet", Bruno Spraider
  • "Weissensee - Spielplatz der Natur", Fachspezifische Themenstellung Tourismus und Marketing, Karoline Wobovnik